In dieser Rubrik werden wir in losen Abständen über alle Aspekte des Spitzentanzes informieren:

  • Training und Übungen
  • Technische und körperliche Voraussetzungen/Alter
  • Welche Spitze ist für mich geeignet?
  • Welche Angebote gibt es hierfür in unserer Ballettschule?

 

Beitrag 3: Worauf beim Kauf der (ersten) Spitzenschuhe geachtet werden sollte

 

Endlich ist es soweit: Wir haben durch Training und Übungen (s. Beitrag 1 in dieser Rubrik) die technischen und körperlichen Voraussetzungen (s. Beitrag 2 in dieser Rubrik) für den Tanz auf der Spitze geschaffen, jetzt benötigen wir nur noch den richtigen Spitzenschuh.

 

Frage 1: Wo sollte der Spitzenschuh gekauft werden?

Wir empfehlen dringend, die Schuhe in einem guten Fachgeschäft für Ballettbedarf zu kaufen, da eine qualifizierte Beratung und ein breites Sortiment zum Vergleichen zwingend erforderlich sind. Es gibt auch mobile Fachhändler, die direkt in die Ballettschulen kommen;- das ist auch ok.

 

Frage 2: Worauf muss beim Kauf geachtet werden?

Es ist wie bei einem normalen Straßenschuh: der "richtige" Sitz ist entscheidend. Da beim ersten Kauf noch die Erfahrung des "richtigen" Sitzes des Spitzenschuhs fehlt, begleite ich jede meiner Schülerinnen beim ersten Kauf. Das Fachpersonal im Shop und ich finden dann gemeinsam den optimalen Spitzenschuh für jede meiner Schülerinnen, erklären am Objekt, worauf es ankommt, wie mit dem Schuh weiter verfahren werden muss, wo und wie die Bänder angebracht werden müssen und schließlich, wie sie gebunden werden müssen.

 

Ich leiste diesen Service gerne, da mir wichtig ist, dass meine Schülerinnen bei jedem weiteren Kauf wissen, worauf es ankommt. (Ein paar Bilder vom Spitzenkaufen finden Sie auf Facebook)

 

Beitrag 2: Technische und körperliche Voraussetzungen

 

Für viele junge Ballettschüler und -Schülerinnen stellt der Spitzentanz ein unabdingbares Element der Ballettausbildung dar. Auch an unserer Schule ist diese Technik im Fach Klassisches Ballett Teil des Unterrichts. Aber: Wenn die technischen und körperlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind, drohen Verletzungen und Langzeitschäden an Muskulatur, am Bandapparat und den Gelenken.

Aus diesem Grund achten wir bei unseren Schülerinnen und Schülern besonders auf bestimmte Eigenschaften, ehe wir sie in dieser Technik unterrichten.

Wir sind Mitglied im Deutschen Berufsverband für Tanzpädogik (DBfT). Was schreibt der DBfT zum Thema Spitzentanz? (Auszug aus „Kleiner Leitfaden zum Finden einer qualifizierten Ballettschule“, Herausgeber: DBfT)

  • Spitzentanz ist ein wichtiges Element des Klassischen Balletts für die professionelle Bühnentänzerin und entsprechend in der professionellen Ausbildung.
  • Spitzentanz im Amateurbereich sollte eine untergeordnete Rolle spielen, da die körperlichen Voraussetzungen dafür nicht generell gegeben sind.
  • Ein Unterricht im Spitzentanz darf erst nach gründlicher Vorbereitung durch mehrjährigen, qualifizierten Unterricht sowie der physischen Eignung der Schülerin erteilt werden und darf nicht vor dem 11. Lebensjahr beginnen.
  • Mitglieder des DBK unterziehen sich dieser Selbstverpflichtung.
  • Die Beratung durch einen kompetenten Tanzmediziner kann im Zweifelsfall hilfreich sein und gegebenenfalls erklären, warum ein Kind keinen Spitzentanz ausführen sollte.

Als Mitglied des DBfT haben wir uns zur Einhaltung dieser Regeln verpflichtet.

Worauf wir achten:

  • Beherrschung der Basis-Ballett-Technik
  • Alter und körperliche Entwicklung: Die Wachstumsfugen am Fuß müssen nahezu geschlossen sein; die Muskulatur muss den Belastungen entsprechend entwickelt sein. Individuelle körperliche Eigenschaften können den Spitzentanz erschweren oder unmöglich machen: Fußfehlstellungen, extreme O- oder X-Beine, Spann und Zehenform (der große Zeh sollte nicht kürzer sein, als der Zeh daneben)
  • Um die technischen und körperlichen Voraussetzungen zu erlangen, sollten die Kinder in einen Zeitraum von 2 – 3 Jahren mindesten zweimal wöchentliche Unterrichtseinheiten absolvieren, ehe wir dann frühestens ab dem 11. Lebensjahr Spitzentechnik unterrichten. Wenn nur einmal wöchentlich trainiert wird, sollte der Schüler bzw- die Schülerin entsprechend älter sein (14 – 15 Jahre).

Wie wir (gemeinsam mit den Schülern/Eltern) handeln:

  • Wir beobachten den Entwicklungsstand der Kinder und Teenies kontinuierlich und schicken Sie zum richtigen Zeitpunkt in die nächste Leistungsstufe. Das kann bei gleichaltrigen Kindern und Jugendlichen durchaus unterschiedlich sein.
  • Die Beherrschung der Ballett-Technik beurteilen wir selbst;- wenn wir uns in Bezug auf die körperliche Eignung für Spitzentanz nicht ganz sicher sind, bitten wir die Eltern, eine ärztliche Meinung einzuholen.

Wichtig: Nicht auf der Spitze zu tanzen bedeutet keineswegs, nicht richtig Ballett zu lernen. Ballett ist so viel mehr.

 

Beitrag 1: Training und Übungen

 

Bei allen vorbereitenden Übungen geht es darum, die Fuß- und Beinmuskulatur spezifisch zu stärken.  Bei den jüngsten Schülern (ab 4 Jahren) beginnt das Training mit spielerischen Übungsformen wie beispielsweise

  • „Trippeln“ auf der halben Spitze
  • „Raupe“ -> die Zehen anwinkeln und dadurch den Fuß nach vorne ziehen; der Fuß wird auf dem Boden schleifend wieder zurück bewegt.

Mit älteren Schülern können weitere Fuß-Übungen im Sitzen (auf dem Boden) durchgeführt werden:

  • Bsp.: „Point and Flex your feet“: Point -> der Fuß wird bei durch gestreckten Beinen  soweit wie möglich nach unten Richtung Boden bewegt; Flex -> der Fuß wird soweit wie möglich nach hinten bewegt.
  • Übungen zur Fuß- und Beinkräftigung mit dem Thera-Band (elastisches Band, gegen dessen Widerstand kleine Bewegungen mit erhöhten Kraftaufwand ausgeführt werden können)

Bsp. für Übung im Stehen:

  • Halbe Spitze in einer parallelen Fußstellung (Levé / 6. Position), bei älteren Schülern auch an der Stange bei geöffneter Fußstellung (1. Position).
  • Übungen mit dem Thera-Band

Außerdem gut zu wissen:

  • Unterrichtseinheiten mit Spitzentanz sollten mindestens 75 Minuten dauern
  • Die Spitzenschuhe werden erst am Ende der Unterrichtseinheit angezogen; die Spitze nimmt im Amateurbereich nicht die ganze Unterrichts-Zeit ein
  • Schüler, die Spitzentanz erlernen, sollten mindesten zwei Unterrichtseinheiten pro Woche haben

 

 

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